6-Stundenlauf: Erfahrungsbericht von Adrian Holzinger

Adrian Holzinger: 2. Platz Schweizer Meisterschaften

Ein Erfahrungsbericht über den 6-Stundenlauf vom 18. Oktober 2020 auf der Aare-Insel in Brugg

“Die Vorfreude war gross, endlich wieder einmal einen Wettkampf mit Startnummer (für mich die 156) bestreiten zu dürfen. Hatte zwar vor ein paar Wochen am Greifenseelauf auch schon eine Startnummer an, aber dort verteilte sich der Wettkampf über mehrere Tage und man musste in einem vorgegebenen Zeitfenster starten. So richtig Wettkampfstimmung mit kribbeln im Bauch, erhöhtem Puls schon beim Start, etc. kam dort aber leider nicht auf.

Für den Lauf in Brugg gab es keine Einschränkungen. Ausser: dass man die ersten paar Meter eine Maske tragen musste. Aber ans Maske tragen hat man sich inzwischen ja gewöhnt.

Die Woche vor dem Wettkampf stand Tapering auf dem Programm (= Reduktion des Trainingsumfangs). Leider plagte mich aber eine Hüftverletzung und meine Bewegungsfreiheit war stark eingeschränkt. So beschränkte sich die Woche vor Brugg auf mein Streak-Running (= mind. 1 Meile pro Tag laufen). Bis am Freitag waren die Schmerzen immer noch da, aber am Samstag plötzlich weg und einem Start am Sonntag (18.10.20) stand nichts mehr im Wege.

Am Brugger Laufwochenende findet gleichzeitig ein 48-, 24-, 12- und 6-Stundenlauf statt. Im Auftrag von Swiss Ultra Running wurden dabei die Schweizer Meisterschaften in allen 4 Disziplinen ausgetragen.

Es wird so gestartet, dass der Lauf Punkt 12:00 Uhr am Sonntag für alle endet. Die 48-Stundenläufer starteten also schon am Freitag um 12:00 Uhr (Wahnsinn). Wie schon in den beiden Vorjahren habe ich mich für die «Kurzstrecke» von 6 Stunden entschieden. Um 04:00 Uhr am Sonntag war für mich Tagwache. Zum Frühstück schnell 2 Honigbrötli und 2 Kaffee und ab ins Auto und auf nach Brugg. Dort auf dem Parkplatz angekommen, merkte ich gleich, dass es dieses Jahr mehr Teilnehmer als im Vorjahr hatte. Es haben sich wohl noch mehr Ultraläufer auf diesen Wettkampf gefreut und zwar auch aus dem Ausland.

Adrian Holzinger
Adrian Holzinger

Als ich mich kurz vor 06:00 Uhr an die Startlinie begab, waren viele Läufer der anderen Bewerbe auf der Strecke unterwegs. Einige, v.a. wohl 48 Stundenläufer waren noch in ihren Zelten am Streckenrand. Mein Minimalziel war die Marathondistanz über 42,195 km. Das eigentliche Ziel waren aber pro 2 Stunden ein Halbmarathon. Entsprechend bin ich dann auch gestartet und war schon ziemlich früh im hinteren Viertel des Feldes anzutreffen. Bald wurde ich auch überrundet, aber ein 6 Stundenlauf wird nicht auf der ersten Hälfte entschieden. Ich liess mich nicht nervös machen und drehte in möglichst gleichmässigem Tempo meine Runden. Die Laufstrecke ist ein Rundkurs von 934,8 Metern. Das hat den grossen Vorteil, dass man sich nach jeder Runde verpflegen und auf die Toilette gehen kann und man sieht immer Läufer unterwegs und zwar gehende und laufende. Mental hilft dies, weil 6 Stunden im Kreis laufen kann manchmal auch langweilig sein.

Was die Verpflegung betrifft, hatte ich während dem Lauf nie eine Krise. Ich bin dieses Jahr im Training bei einem 50-km Lauf einmal fürchterlich eingebrochen. Ein Freund hat mir dann die Produkte von Hammer Nutrition empfohlen. Ich kannte diese Marke vorher nicht und nahm mit Tamara von Hammer Nutrition Kontakt auf. Sie hat mich sowohl telefonisch als auch via Mail sehr kompetent beraten und so habe ich mir ein Paket von Hammer mit diversen Produkten nach Hause bestellt. Die Lieferung hat einwandfrei und schnell geklappt.

Als grosser Cola-Trinker nahm ich am Tag vor dem Wettkampf FIZZ Tabletten von Hammer mit Cola Geschmack und Raw Energy Hammer Bar mit Apfelgeschmack.

Während dem Wettkampf nahm ich alle 45 Minuten einen Hammer Gel (diverse Geschmäcker, welche der “hammer” sind), jede Stunde Hammer Endurolytes Kapseln und im Ziel dann Hammer Endurance BCAA+.

Ich bin inzwischen ein grosser Fan von Hammer Produkten, aber am Abend nach dem Wettkampf gab es dann dennoch einen Döner mit Käse und Ei 🙂

Am Ende der 6 Stunden lief ich 67 Runden und total 63,448 km. Mein Ziel mit einem Halbmarathon pro 2 Stunden ging also perfekt auf. Damit kam ich als 4. ins Ziel. Einerseits hatte ich Freude darüber, dass ich es geschafft habe, aber ein 4. Platz ist halt immer auch ein wenig ärgerlich.

Da aber auf die ersten beide Plätze 2 Deutsche liefen, welche für die Schweizer Meisterschaften nicht berechtigt waren, wurde ich Vizeschweizermeister im 6 Stundenlauf. Die Freude darüber war natürlich riesig und dieses Erlebnis werde ich in meinem Läuferleben nie vergessen.

6-Stundenlauf
2. Platz: Schweizer Meisterschaften